Vorburg
   
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Die Geschichte der Vorburg

Detaillierte Ansicht der Vorburg um 1765

Die älteste Erwähnung der Vorburg stammt aus dem Jahre 1379. Der "Vorhof" oder die Vorburg bestand aber sicher schon zur Zeit der Grafen und war ursprünglich wohl mit Palisaden oder Planken umgeben. Während in der Grafenzeit ausnahmslos Dolomit zum Bauen verwendet wurde, besteht die Ummauerung der jüngeren Vorburg aus Kalksteinen.

Blick über die Vorburg zum Schloss. Im Vordergrund ist der alte Meierhof zu erkennen.

Der Ausbau zur heutigen Vorburg wird dem Bischof Albert von Hohenrechberg (1430-1440) zu geschrieben. Das "fortalicium" (Mon.  Germ. SS. XXV, S.609), welches den Zugang  zum Schloss neu befestigte, scheint auch die Bewehrung der Vorburg mit beinhaltet zu  haben.

 

Links: Der Nordwest-Turm der Vorburg mit Anbau aus dem 19. Jhdt.

Oben: Der Nordost-Turm direkt neben der Sperrmauer des Halsgrabens.

Erhalten haben sich vier Türme, wobei zwei im 19. Jhdt. als der "Schmiedeturm"- die  ehemalige Schlossschmiede und der  "Backofenturm", mit Backofen für den Bauhof,  benannt wurden. Der Turm an der Nord-Ost Ecke wird heute "Pschorrturm" genannt.

 

Links: Der Südost-Turm der Vorburg mit der vorgelagerten"Schmiede".

Oben: Der West-Turm bei den ehemaligen Stallungen.

Außerdem befanden sich in der Vorburg die Stallungen der Burg und die Burghut der Dürner. Bei der Brücke zum Schloss lag ferner  noch, und zwar im Vorhof, ein steinerner Kasten und ein Stadel, welche ursprünglich zu den Behausungen der Marschalke im inneren  des Schlosses gehörten.

Das Schlossbauer-Anwesen:

Der große Meierhof war einst das wichtigste Wirtschaftsgebäude der Vorburg. Heute ist das Haupthaus verschwunden... Ein über 500 Jahre altes Baudenkmal ging wegen der Geldgier eines einzelnen unwiederbringlich verloren. Ein Münchner Immobilienmakler beschädigte das gut erhaltene Haus derart, dass es nur noch weggerissen werden konnte. Sofort wurde das Grundstück in vier Parzellen geteilt, wo nun zwei geplante Mehrfamilienhäuser auf zahlungskräftige Investoren warteten. Der Bauplan hierfür wurde sofort - ohne irgendwelche Auflagen - genehmigt. Zum Glück fanden sich keine Geldgeber, um dieses Projekt zu realisieren.

Die anderen Gebäude des ehemaligen Schlossbauer-Anwesens wurden hingegen liebevoll saniert. Der alte Stadel, die Stallungen und zwei Wehrtürme sind heute als hochwertige Wohnungen ausgebaut. Es ist dem Engagement von Herrn Eichinger und Herrn Bauernfeind zu verdanken, dass wenigstens diese Gebäude der Vorburg erhalten werden konnten.

 

Südwest-Turm (1970) vor dem Umbau zur Ferienwohnung

Der Meierhof, ehem. Bauhof oder das so genannte Haupthaus des Schlossbauern-Anwesens

 

 

Der alte Stadl (Innenseite) 1995

Der alte Stadl mit den Stallungen (Außenseite) 1995

 

Die Geschichte der Vorburg:

1379 wird der Bauhof das erste Mal genannt: Die Brüder Heinrich und Wilhelm von Geyern verkauften damals den Bauhof an  Bischof Raban mit 110 Morgen Achers, 3 Kräutergärten (einer davon bei der "Hül").

Ab diesem Zeitpunkt war der Bauhof größtenteils verpachtet.

1447 bewirtschaftet ihn ein Leonhard Meier

Unter Bischof Gabriel von Eyb wird Hans Strobl mit Erbberechtigung genannt. Die Rückgabe erfolgte 1509.

1510 erhält Hans Eysen einen Erbbrief auf den Meierhof: des Bischofs Hof in Vorschloss zu Hirschberg (so genannt 1509)

Ehewappen "Pappenheim - Wolfstein" am ehem. Meierhof

1572 ist der Meierhof an Hans Müller verpachtet.

1592 erscheint ein Johannes Walthierer in der Beilngrieser Taufmatrikel als Besitzer des Meierhofs.

1618 wird Hans Leutl aus Haunstetten als Pächter genannt.

1644 erhält der Pfleger Lorenz von Helmstadt den Meierhof als "Addition".

1741 bewirtschaftet Matthias Widtmann als "Braumeister" den Hof mit zwei Knechten und zwei Mägden.

1836 erfolgt die Versteigerung den Bauhofs und sofortige Zerschlagung des Besitzes. Die drei Ersteigerer erzielen beim Wiederverkauf fast das Doppelte des Steigerungspreises. Das Wohnhaus, der große Stadel, Hofraum, Backofen, Brunnen und 24 Tagwerk Äcker kamen um 3350 fl an den Gredinger Ökonom Johann Leidl (er gibt auch noch seinen Hof in Greding für 3000 fl mit bei).

Die Torhauswohnung erwirbt 1836 der Schreinergeselle Joseph Ott von Kipfenberg um 500 fl (nördlich an der Zufahrt).

Das "alte Torhaus" kam an drei Schwestern namens Bauernfeind, nebst dem Gang von der hinteren Seite gegen Xaver Bauernfeind (südlich der Zufahrt), außerdem ein Teil des Gartens an der Schwemme. Den Schmiedeturm kaufte Christian Hiemer um 100 fl, die Heu- und Holzlege gegenüber der Torhauswohnung, Kuh- und Schweinestall daselbst erwarb Johann Mittermeier, ferner die Schwemme und ein Grasgärtl dabei.

Zu diesem Zeitpunkt war der bauliche Zustand der Vorburg schon sehr heruntergekommen.

Ende 19. Jhdt. entsteht der Anbau am Nordwest-Turm

1940 steht nur noch das Schlossbauernanwesen. Es war der ehemalige Bauhof oder auch Meierhof in der Südwestecke der Vorburg.

Blick vom Schloss zur Vorburg - rechts ist noch der alte Obstgarten zu sehen

1960 Anton Ullermann verkauft seinen Obstgarten an das Bistum Eichstätt. Es entsteht der Parkplatz in der nordöstlichen Vorburg.

1970 Die Torhauswohnung (nördlich der Zufahrt) wird weg gerissen. Es entsteht das Wohnhaus der Familie Wolfsteiner

1975 Der Südost Turm wird von Herrn Bauernfeind als Ferienwohnung ausgebaut.

1995 Der alte Meierhof wird abgerissen.

1998 - 2004 Der alte Stadl und die ehemaligen Stallungen werden von Herrn Eichinger saniert.

2006 Auf der Außenseite des Südost-Turms beendet Herr Eichinger den Umbau der alten Schmiede. Historische Details des Gebäudes werden wieder hervorgehoben.

Rechts: Blick vom Nordwest-Turm der Vorburg über die ehem. Pferdeschwemme und dem Obstgarten zum Schloß

Unten: Diese Luftaufnahme zeigt die Trapezform der Vorburg

2009: Vorburg von Osten

 

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