Das Rokoko-Schloss Hirschberg

Schloss Hirschberg im Jahre 1797
Nach 1670 begann dann endlich der Wiederaufbau durch Hofbaumeister Jakob Engel. In dieser Zeit wurde der Saalbau erweitert.
Fürstbischof Franz Ludwig Schenk von Castell (1725-1736)
lässt 1729-1730 unter der Leitung von Gabriel de Gabrieli dem Nordflügel drei Fensterachsen hinzufügen und baut den Rittersaal
um. Der Südflügel wird ausgebaut und der Ostflügel erhält ein zusätzliches halbes Stockwerd und sein elegantes Walmdach.
Durch Fürstbischof Raymund Anton Graf von Strasoldo wird das Schloss von 1760-1764 im Stile des Rokoko zu seiner heutigen symetrischen Form mit Ehrenhof umgebaut.

Die "eine Stunde lange" Fürstenstraße, mit
Vogelbeerbäumen gesäumt, entsteht mit künstlerisch/feudalem Zweck.
1760 wurde auch die Ringmauer an der Süd- und Ostseite,
unter der Verwendung der damals noch vorhandenen Zwingermauer, erneuert.

Erhalten blieb von der spätmittelalterlichen Mauer nur die des
Hohenrechberischen Torzwingers.
Der Zwinger an der Nordseite hatte zu Schaumbergs Zeiten
noch bestanden. Siehe vermauerte Tür im Erdgeschoß des Nordflügels.
 
Die ganz eingegangene Hül (Pferdeschwemme) stellte man
1760 wieder her. Diese lag in der Vorburg, wie aus Akten des 19. Jahrhunderts hervorgeht.
1761 wird das alte Kastenhaus (am Südturm) abgetragen.
Neubau erfolgt 1763.
Zur selben Zeit gestaltet Baumeister Moritz Pedtti das alte Pflegehausgebäu (am Nordturm) um.
Die Zufahrt durch die Vorburg und der Fürstenweg werden
fertig gestellt (?)
1764 Schlossbauarbeiten am "äußeren Bauhof" (in
der Vorburg) und die Errichtung von neuen Stallungen
Die Ausstattung der Innenräume erfolgte durch den Maler Johann Michael Franz und den Stukkator Johann Jakob Berg.

Die Gesamtkosten für den Schlossbau betrugen 46218 Gulden
1802 kommt durch die Säkularisation Bayern in den Besitz des Schlosses.
1803 fällt das Schloss bei der Säkularisation an den
Großherzog von Toskana. In den kommenden Jahrzehnten wechselt es noch
mehrmals den Besitzer.
1860 kauft Bischof Georg von Öttl das Schloss vom Königreich Bayern zurück. Hier verbringen die Alumnen und
Seminaristen des Bischöflichen Seminars Eichstätt ihre Ferien mit dem
Ziel, sie »den verderblichen Einflüssen zu entziehen, welche ihre Zerstreuung
bei dem Mangel entsprechender Aufsicht und Einwirkung für sie haben könnte«
Im ersten Weltkrieg ist Schloss Hirschberg ein Offiziers-Kriegsgefangenenlager.

Lesen sie hier einen Beitrag von Gerd Treffer aus dem Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt:
Schloß Hirschberg: Stationen eines
Gefangenenlebens - Aus den Memoiren von Marcel Diamant-Berger
Bitte beachten Sie auch die interessanten Ausführungen in den Anmerkungen des Beitrags!
1925 wird Schloss Hirschberg das Exerzitienhaus der Diözese Eichstätt.
Das Schloss Hirschberg in der Neuzeit
In den Jahren 1967-1969 entstand an der Südseite die Exerzitienkapelle von Alexander v. Branca.

1988-1992 werden nach Plänen von Karljosef Schattner der gewachsenen Bausubstanz zeitlich ablesbare neue Schichten hinzugefügt. Vor den Südflügel legt sich der
teilweise in den Hang hineingebaute Trakt mit Speisesaal, Küche und Lagerräumen.

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